top of page

Die Tradition unserer Studienfahrten

  • Autorenbild: Martin Marny
    Martin Marny
  • 23. März
  • 3 Min. Lesezeit

Ob in die Nachbarländer oder quer durch die Republik: Wie unsere Landesvereinigung seit Jahren wertvolle Impulse für den Justizvollzug sammelt.


Wer den eigenen Horizont erweitern und den Justizvollzug von morgen gestalten will, darf nicht immer nur im eigenen Büro sitzen. Dieser Grundsatz prägt unsere Landesvereinigung schon seit den frühen 2000er Jahren. Unsere Studienfahrten sind bis heute legendär – nicht nur wegen der fantastischen Kollegialität und den berühmt-berüchtigten „Piralusch-Pausen“ (für alle Neulinge: Pinkeln, Rauchen, Luft schnappen), sondern vor allem wegen des intensiven fachlichen Austauschs.


Wir haben für euch mal im Archiv gestöbert und blicken auf einige unserer spannendsten Exkursionen zurück (wobei diese Liste bei Weitem nicht vollständig ist!).


2002 & 2003: Regionale Vernetzung und der erste Schritt über die Grenze

Schon früh suchten wir den Austausch mit anderen Behörden und Einrichtungen. So besuchten wir beispielsweise 2002 die Rheinischen Kliniken in Viersen und erhielten im Sommer 2003 seltene Einblicke in die Arbeit des Finanzamtes für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung in Düsseldorf.


Ein echtes Highlight folgte im September 2003: Eine Exkursion in die Niederlande, zur Besichtigung des brandneuen Untersuchungsgefängnisses in Roermond. Für uns NRWler gab es dort, trotz der regionalen Nähe, viel zu staunen und zu diskutieren: Eine reine Einzelhaft-Unterbringung, externe Cateringfirmen für das Mittagessen, Kameras überall, aber absolut keine Waffen (nur Schlagstöcke unter Verschluss!) und das spannende Konzept der niederländischen „Reclassering“ – einer Mischung aus Sozialarbeit und Bewährungshilfe, die bereits ab der Festnahme greift.



2007: Rückkehr an den Ort der Wurzeln

Auch in den Jahren zwischen den großen Studienfahrten riss der Kontakt untereinander und die Arbeit an Fachthemen nie ab. Ein besonderer Schnappschuss ist uns aus dem Mai 2007 erhalten geblieben.

Das Bild zeigt ein Treffen unserer Landesvereinigung an einem für uns alle ganz besonderen Ort: der Fachhochschule für Rechtspflege (FHR). Als zentrale Ausbildungsstätte für unsere Laufbahn ist die FHS das Fundament unserer beruflichen Identität. Die Rückkehr dorthin für Tagungen oder Workshops – wie hier im Jahr 2007 – ist immer auch eine Verbindung von Tradition und Zukunft, von Nachwuchsförderung und erfahrenem kollegialem Austausch.



2011: Geschichte und Gegenwart in Dresden und Bautzen

Im September 2011 zog es uns in den Osten der Republik. Neben der Besichtigung der JVA Dresden stand auch ein tiefgreifender historischer Teil auf dem Programm: Der Besuch der JVA Bautzen I und des ehemaligen Hafthauses Bautzen II (heute eine Gedenkstätte). Dabei haben wir uns an diesem historisch stark belasteten Ort natürlich auch intensiv mit der dunklen deutschen Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Fachlich setzten wir uns auf dieser Fahrt zudem intensiv mit dem Für und Wider beim Einsatz elektronischer Fußfesseln auseinander. Natürlich kam auch die Kultur nicht zu kurz – bei einer Schifffahrt auf der Elbe und einem Abend im Brauhaus Watzke.


2013: Die große Drei-Länder-Tour am Bodensee

Eine unserer ambitioniertesten Fahrten führte uns 2013 an den Bodensee. Der Fokus? Ein direkter Systemvergleich der D-A-CH-Region! Von unserem Quartier in Stockach aus besuchten wir die JVA Pöschwies in Regensdorf (Schweiz) und die Justizanstalt Feldkirch in Österreich. Bei einem abendlichen Treffen in Meersburg diskutierten wir ausgiebig die massiven Unterschiede des Strafvollzuges in der Bundesrepublik, der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich.



2015: Nordische Eindrücke in Rostock

Im August 2015 ging es für uns in den hohen Norden nach Mecklenburg-Vorpommern. Mit Rostock als Basisstation (und einer gemeinsamen Stadtführung am Hafen) besuchten wir die Justizvollzugseinrichtungen in Stralsund und Neustrelitz. Auch hier nutzten wir die Abende intensiv, um in Mitgliederdiskussionen die Unterschiede der jeweiligen Ländersysteme zu analysieren.



2017: West-Europa-Austausch in Trier und Luxemburg

Unsere Studienfahrt im Herbst 2017 führte uns nach Trier. Von dort aus erkundeten wir nicht nur die hochmoderne JVA Wittlich in Rheinland-Pfalz, sondern machten auch einen Abstecher ins Großherzogtum Luxemburg zur Justizanstalt Schrassig. Ein zentrales Diskussionsthema auf dieser Reise, das uns bis heute im Alltag stark beschäftigt: Die Integration von ausländischen Inhaftierten im Vollzug. Unvergessen bleibt auf diesen Touren auch unser legendärer Busfahrer Alois „Ali“ Steinkamp, der uns stets sicher (und ehrenamtlich in seiner Freizeit!) quer durch Europa manövrierte.


Wer nun Lust bekommen hat, selbst einmal mitzufahren: Die nächste Tour ist jetzt schon geplant! Was bei unserer letzten Reise nach Danzig so passierte, verraten wir euch übrigens im nächsten Beitrag hier auf dem Blog...

 
 
 

Kommentare


Wichtige Zusatzinfos

Jetzt unseren Newsletter abonieren!

© Landesvereinigung des gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienstes NRW e.V.

bottom of page