Wie alles begann: Unsere Geschichte von 1988 bis zur Jahrtausendwende
- Martin Marny

- 21. März
- 2 Min. Lesezeit
Von einer mutigen Idee in Kleve zur treibenden Kraft im Justizvollzug – ein Blick auf das erste, wilde Jahrzehnt unserer Landesvereinigung.
Als neuer Vorstand blicken wir voller Tatendrang in die Zukunft. Doch um zu wissen, wo wir hinwollen, müssen wir wissen, woher wir kommen. Unsere Landesvereinigung ist nicht einfach "nur so" entstanden – sie wurde hart erarbeitet, von Kolleginnen und Kollegen, die für unsere Laufbahn endlich eine starke, eigene Stimme wollten. Nehmt euch einen Kaffee und begleitet uns auf eine kleine Zeitreise in unsere Gründungsjahre!
1988: Der Funke von Kleve
Alles begann am 2. Mai 1988. Vier Kollegen des gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienstes (gVVD) aus der JVA Kleve – Bernhard Bartmann, Wolfgang Fengels, Rudolf Schulz und Karl Schwers – ergriffen die Initiative. Sie schrieben alle Kollegen und Anwärter in NRW an. Von 280 versendeten Fragebögen kamen unglaubliche 205 zurück. Das Ergebnis war ein Paukenschlag: 165 Stimmen sprachen sich klar für die Gründung aus! Am 28. Oktober 1988 war es dann so weit: 72 Gründungsmitglieder hoben die LV offiziell aus der Taufe. Christian Bartholomy übernahm (nach kurzer Bedenkzeit des frisch gewählten Teams) das Ruder als unser erster Vorsitzender.

1990: Wir verschaffen uns Gehör
Schon 1990 zählte der Verein 161 Mitglieder. Durch gezielte Umfragen fanden wir heraus, wo der Schuh in der Praxis wirklich drückte. Und wir feierten den ersten riesigen Erfolg, von dem wir bis heute profitieren: Die Präsidenten der Justizvollzugsämter stimmten zu, für die Veranstaltungen der LV Sonderurlaub zu gewähren! Gleichzeitig starteten wir unsere ersten großen Fortbildungsveranstaltungen.

Die wilden 90er: Aufklärungsarbeit im Landtag
Anfang der 90er Jahre suchten wir verstärkt den Kontakt in die Politik. Gespräche mit dem Justizminister und Landtagsabgeordneten standen auf der Tagesordnung. Eine kuriose, aber wichtige Erkenntnis aus dieser Zeit: Viele Politiker hatten schlichtweg keine Ahnung, was unsere Laufbahn im Justizvollzug eigentlich leistet! Wir leisteten also absolute Basis-Aufklärungsarbeit, kämpften (sogar mit Petitionen an den Bundestag) für bessere Besoldungen und wehrten uns gegen die Ungleichbehandlung unserer Berufsgruppe.

Modernisierung und Mitbestimmung (1994 – 1998)
Mitte der 90er Jahre stand der Justizvollzug vor großen Umbrüchen. Stichwort: Organisationsentwicklung (OE) und das berühmte "Kienbaumgutachten". Die LV mischte hier ganz vorne mit. Wir saßen in den Arbeitsgruppen des Ministeriums und sorgten dafür, dass der gVVD bei den tiefgreifenden Veränderungen nicht unter die Räder kam. Wir etablierten uns als unverzichtbare Experten für die Verwaltung, brachten uns aktiv bei der Neufassung der Studienpläne an der Fachhochschule ein und widmeten uns modernen Themen wie dem Einzug der ADV (Automatisierte Datenverarbeitung) im Strafvollzug.

Ein Erbe, das verpflichtet
1998 mussten wir uns leider viel zu früh von unserem Gründungsvater und ersten Vorsitzenden Christian Bartholomy verabschieden. Doch sein Pioniergeist lebte in den neu gewählten Vorständen, den aktiven Bezirksarbeitsgemeinschaften und den vielen engagierten Mitgliedern weiter.
Heute, Jahrzehnte später, bauen wir auf genau diesem starken Fundament auf. Die Themen haben sich vielleicht gewandelt, aber unser Ziel bleibt das gleiche: Eine starke Stimme für den gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienst in NRW. Schön, dass ihr Teil dieser Geschichte seid!





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